Heute gibt es beim Webmasterfriday wieder ein sehr interessantes Thema, zu dem ich mich auch gern äußern möchte.
“Auf Bits gebaut – die Zukunft im Web?”
Grob geht es dabei um die Frage ob man seinen gesamten Lebensunterhalt wirklich im Internet verdienen möchte, ob man sich dabei in Abhängigkeiten begibt und auch was die negativen Aspekte des Geld verdienens im Internet sind.
Lebensunterhalt Internet
Wie erstrebenswert ist es sein Geld im Internet zu verdienen?
Für mich hat das Geld verdienen im Internet viele Vorteile, die das ganze sehr attraktiv machen.
Ich bin mein eigener Chef, kann selbst bestimmen wie und wann ich arbeite und werde für meine Leistung bezahlt.
Im Job ist es oft egal wie sehr man sich reinhängt – das Gehalt bleibt das gleiche egal ob man engagierter oder besser ist als der Kollege im Nachbarbüro. 
Auch ob ich etwas für richtig oder falsch halte spielt nicht unbedingt eine Rolle – was der Chef sagt muss gemacht werden.
Aber will ich wirklich meinen kompletten Lebensunterhalt im Internet bestreiten?
Meine Antwort ist ein klares “JEIN”
Vielleicht hat die Überschrift dir schon einen kleinen Hinweis auf das gegeben, was mich von einem klaren Ja abhält – das “Leben” im Netz.
Ja ich möchte meinen Lebensunterhalt im Internet verdienen aber Nein, ich möchte nicht mein Leben im Netz verbringen – und oft bringt das eine das andere mit sich (auch wenn so gern behauptet wird man kann im Internet ohne Arbeit reich werden).
Ich bin zum Beispiel aktuell auf der Suche nach einer Stelle für mein Anerkennungsjahr – weil ich arbeiten möchte, unter Leute kommen möchte und Leute unterstützen möchte, die alleine nicht klar kommen.
Aber ich würde mir diesen Job gerne danach aussuchen wo ich arbeiten möchte – und nicht danach wo ich genug verdiene um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Genau das ermöglicht mir das Arbeiten und Geld verdienen im Internet – hier kann ich auch etwas tun was mir Spaß macht, kann meine Arbeitszeiten frei einteilen, durch mein persönliches Engagement selbst bestimmen wieviel ich verdiene – und etwas eigenes schaffen, was sehr stolz machen kann.
Abhängigkeit im Netz
Ok, beim Geld verdienen im Internet sitzt einem kein Chef im Nacken, man ist sein eigener Chef – also völlig unabhängig?
Leider dann doch nicht.
Ich habe mir schon einige andere Artikel des heutigen Webmasterfridays durchgelesen und habe festgestellt das wir uns alle ziemlich einig sind – wir sind trotzdem abhängig…
Und zwar unter anderem von Google – das größte Engagement beim Aufbau des eigenen Business bringt nichts, wenn man in den Suchmaschinen nicht gefunden wird.
Sehr schön ist dieses Problem in dem Artikel von Heiko Meyer (online-erfolgreich.net) auf den Punkt gebracht.
Es gibt aber noch eine weitere Abhängigkeit – die Abhängigkeit von den Kunden.
Auch die größten Pläne zum geld verdienen im Internet und das beste Google Ranking helfen nicht, wenn keine Kunden da sind.
Auch hier kann man also nicht einfach tun und lassen was man möchte sondern muss ganz genau darauf achten, was Kunden erwarten, was sie brauchen und wie die Konkurrenz aussieht.
Hier hat es ein Ladengeschäft in einer Kleinstadt wahrscheinlich einfacher – wenn man der einzige Anbieter vor Ort ist muss man sich keine Sorgen um die Konkurrenz machen – im Internet ist die Konkurrenz oft riesig.
Und genau damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt.
Welche Probleme gibt es beim Geld verdienen im Internet?
Den ersten Punkt hatten wir gerade schon – jede Menge Konkurrenz.
Wenn man im Internet nach einem Produkt oder einer Dienstleistung sucht ist man nicht örtlich begrenzt – oft nicht einmal auf das eigene Land.
Zu ziemlich jedem Angebot gibt es hunderte von Anbietern – gerade als Neuling ist es da sehr schwer sich gegen etablierte Geschäfte durchzusetzen.
Wie gute Chancen hat ein kleiner Buchladen, der vielleicht sogar Versandgebühren berechnen muss um die Kosten zu decken wenn Amazon nur einen Klick entfernt ist?
Einige weitere Probleme hatte ich ganz oben in diesem Artikel schon genannt – unter den Punkten, die das Geld verdienen im Internet attraktiv machen…
Freie Zeiteinteilung ist eine tolle Sache – erfordert jedoch auch jede Menge Selbstdisziplin.
Arbeiten von zuhause klingt erstmal entspannt – man muss ich nicht jeden morgen ins Auto setzen und zur Arbeit fahren, sich nicht mit unfreundlichen Kollegen rumschlagen – aber es hat eben auch seine Schattenseiten.
Wenn man kein Büro zuahuse hat wo arbeitet man dann? Im Wohnzimmer wo vielleicht gleichzeitig der Fernseher läuft und die Kinder spielen? Nicht unbedingt die beste Voraussetzung um konzentriert zu arbeiten.
Ein weiteres Problem bezieht sich auch auf die Familie. Werden Arbeitszeiten akzeptiert oder wird man alle 5 Minuten unterbrochen – weil es Mittagessen gibt, die kleine Tochter einem unbedingt etwas ganz spannendes zeigen will oder der Partner gerade jetzt die Planung für den Urlaub besprechen will.
Das Arbeiten von zuhause erfordert genauso wie die freie Zeiteinteilung jede menge Selbstdisziplin und genaue Absprachen mit der Familie.
Ein letzter Punkt noch bevor ich endlich zum Ende komme: Geld verdienen im Internet bedeutet Unsicherheit.
Beim Geld verdienen im Internet ist es wie bei jeder anderen Selbständigkeit auch – man muss selbst etwas für seinen Lebensunterhalt tun.
Man ist nicht länger in einem Angestelltenverhältnis und abgesichert wenn man krank wird, nicht arbeiten kann oder ähnliches.
Wenn die Kunden wegbleiben oder Google die Rankings ändert und man nicht mehr gefunden wird steht man vielleicht von einem Tag auf den anderen vor dem Nichts.
Wer sein Geld wirklich ausschließlich im Internet verdienen will sollte sich also bewusst sein auf was er sich einlässt und was auf ihn zukommt – trotz der vielen positiven Aspekte.







5 Kommentare
Steffen sagt:
22. Juli 2011 von 21:28 (UTC 1)
Interessanter Artikel. Vielleicht ist auch eine Mischung aus beiden eine Alternative.
Ein richtiger Job bietet soziale Kontakte. Und das sollte man auch nicht unterschätzen:)
Oliver Tausend sagt:
22. Juli 2011 von 21:47 (UTC 1)
Hallo Stefanie,
danke für den nachdenklichen Post.
Ich stelle mir gerade die Frage ob das Internet so eine Art Paralleluniversum ist, wenn es dem “richtigen Leben” gegenübergestellt. (Ich sage nicht, dass Du das in diesem Artikel machst.)
Für mich ist das Internet ein Kommunikationskanal mit teilweise eigenen Spielregeln, aber eben nur teilweise und ich sehe auch keine gravierenden Unterscheide zur sog. Offline Welt.
Daher ist das Internet auch keine eigene Branche und auch keine Goldgrube, für sich genommen, sondern es ist ganz normale Spielwiese von Menschen, die sich über diesen Kommunikationskanal austauschen – online eben.
Ich kenne eine erfolgreiche Internet Marketerin, die jedem beweisen musste, dass sie einen “richtigen Job” hat. Nun, ich will gar keinen “richtigen Job.”
Bin ich deswegen von Google anhängig ? Wenn ich eine auf Kante genähte aggressive Strategie fahre, wahrscheinlich schon; wenn ich verschiedene Traffic Quellen haben und ein wahres Netzwerk von Menschenaufbaue, bin ich nicht von Google abhängig und auch nicht von Facebook.
Last but not least, möchte ich noch hinzufügen dass nichts besser oder schlechter ist – es ist anders und letzten Endes trifft jeder jeden Morgen die Entscheidung, wenn er seinen Zundschlüssel rumdreht – oder auch nicht.
Beste Grüsse und eine schönes Wochenende
Oliver
Stefanie sagt:
22. Juli 2011 von 22:12 (UTC 1)
Hallo ihr beiden,
vielen Dank für eure Kommentare.
Oliver, wirklich interessante Ansätze.
Die Frage nach dem Paralleluniversum stelle ich mir auch häufig – weil ich das Gefühl habe das viele Menschen das Internet irgendwie so sehen.
Eigentlich ist es nur eine Erweiterung der Gesellschaft in der wir leben, ein zusätzlicher Raum – in dem definitiv im großen und ganzen die gleichen Regeln gelten.
Zum Thema “richtiger Job” ( was dem arbeiten im Internet ja regelmäßig abgesprochen wird).
Wenn man wirklich im Internet arbeitet hat man einen richtigen Job.
Der Unterschied ist meiner Meinung nach der, das man zwar mit Leuten in Kontakt steht aber ihnen eben nicht gegenüber steht sondern nur über Worte oder auch Sprache kommunizieren kann.
Ich möchte meinen “richtigen Job” deshalb machen, weil er mir Spaß macht und weil ich das Gefühl habe damit anderen Menschen helfen zu können (ich bin Sozialarbeiter – jedenfalls fast…).
Beruflichen “Erfolg” sehe ich für mich aber auch eher hier im Internet mit dem was ich aktuell tue.
Meiner Meinung nach ist das Arbeiten im Internet einer offline Selbständigkeit sehr ähnlich.
Der Einstieg ist stark erleichtert aber man muss trotzdem arbeiten um Erfolg zu haben – das sehen viele leider nicht.
Deine Anmerkungen zu Google muss ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen – du hast recht damit, dass es viele weitere Kanäle gibt. Aber ich weiß nicht ob es wirklich komplett ohne Google geht (gerade am Anfang).
Die Frage wird mich bestimmt den Rest des Abends beschäftigen.
Liebe Grüße
Stefanie
Carina sagt:
12. Oktober 2011 von 21:40 (UTC 1)
Ich denke, selbständig zu sein ist wirklich nicht jedermanns Sache. Aber viele der Probleme treffen ja nicht nur zu, wenn man rein im Internet arbeitet, sondern tauchen unter Umständen auch bei einer anderen Art von selbständiger/ freiberuflicher Tätigkeit auf – z.B. Lektor, Übersetzer usw. Auch hier arbeitet man ohne Kollegen und die sozialen Kontakte an und für sich sind recht bescheiden. Was jedoch den “Online-Job” m.E. noch erschwert, ist, dass man hier eben diese – unüberschaubare – Konkurrenz hat, wenn man nicht gerade die absolute Nische für sich entdeckt hat. Zudem muss man wirklich immer auf dem Laufenden sein und sich stets den Gegebenheiten im Netz anpassen – Stichwort: Faktoren, die das Suchmaschinenranking beeinflussen.
Patrick Engel sagt:
4. Dezember 2011 von 00:30 (UTC 1)
Wie Carina schon erwähnt hat, ist die Selbstständigkeit nicht jedermanns Sache. Als Unternehmer (egal ob online oder offline) trägst du für alles, was du fabrizierst, die alleinige Verantwortung. Es gibt in jeder Hinsicht Vorteile und auch Nachteile. In einem 8 Stunden Job beispielsweise erledigst du deine Aufgaben und gehst nach hause (bekommst ein Gehalt, was dein Überleben sichert). Der Unternehmer ist wie eine “Mutter”, er arbeitet stets (indirekt) 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr, um sein Unternehmen auf die Nächsthöhere Ebene zu befördern etc. (seinen Verdienst legt er selbst fest).
Im eigentlichen Sinne ist die Arbeit im Internet nichts anderes wie in der realen Geschäftswelt auch. Wenn man sich im Netz strukturiert fortbewegt, sich auf seine täglichen (zu vollrichtenden) Aufgaben konzentriert, sich einmal weniger durch Facebook oder dem Kühlschrank
etc. ablenken lässt (Disziplin), dann kann man durchaus sehr gute Fortschritte machen und Ergebnisse erzielen und sich trotz Konkurrenz behaupten. Für mich persönlich gibt es generell ja keine Konkurrenz, nur “gute” und “weniger gute” Unternehmer. Man muss mind. 2-3 Schritte voraus denken!
Mann muss sich gerade im Internet Grenzen setzen, damit z.B. die Familie oder Freunde nicht auf der Strecke bleiben. Arbeitszeit (z.B. für Recherchen etc.) festlegen und ganz wichtig >>PAUSEN<< einlegen.
In diesem Sinne viele Grüße an Dich!
Patrick